Abrechnung des Arztes

Die Alte Oldenburger Krankenversicherung AG zeichnet sich durch zuverlässige Leistungen und stabile Beiträge in der privaten Krankenversicherung für Selbstständige und Freiberufler aller Berufsgruppen und Beamte aus. Für gesetzlich Krankenversicherte bietet die Alte Oldenburger Krankenversicherung umfangreiche private Zusatzversicherungen an.
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Nadine
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Abrechnung des Arztes

Beitrag von Nadine » 05.09.2010, 20:21

Hi,
vor ein paar Tagen habe ich einen Bericht im Fernsehen darüber gesehen, dass die Ärzte immer häufiger falsch mit den Kassen abrechnen, oft sogar einfach Behandlungen in Rechnung stellen, die niemals stattgefunden haben. Soweit ich weiß bezog sich der Bericht zwar zum größten Teil auf die GKV, aber trotzdem bin ich stutzig geworden.

Die Abrechnung der privatärztlichen Leistungen muss doch irgendwo geregelt sein. Vielleicht sogar gesetzlich? Hat jemand eine Ahnung wo diese Abrechnungen geregelt werden? Denn es kann ja nicht angehen, dass ich zum Arzt gehe und dieser berechnet meine Behandlung zu hoch oder sogar etwas, dass ich nie erhalten habe. Mir ist es zwar soweit ich weiß bisher noch nie persönlich passiert, aber man weiß ja nie...

Michaela
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Re: Abrechnung des Arztes

Beitrag von Michaela » 06.09.2010, 06:37

Hallo Nadine, ich glaube, dass würde man gar nicht mitbekommen, wenn der Arzt einen höheren Betrag abrechnet. Jeder Arzt hat schlieslich andere Honorare und man weiß ja nie, was eine Behandlung wirklich kostet. Sicher, wenn der Arzt eine andere Behandlung abrechnet, wäre dass wohl ziehmlich dreist, aber mir ist dass auch noch nicht passiert. Selbst wenn es gesetzlich geregelt wäre, kann man das als Patient wohl eher nicht nachvollziehen, denke ich zumindest. Lg Michaela

PKV-Interessent
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Re: Abrechnung des Arztes

Beitrag von PKV-Interessent » 10.09.2010, 10:42

hallo Ihr beiden,
ich dachte immer da gäbe es so Liste, wo die Kosten für Behandlungen aufgeschlüsselt werden. Musst mal ein wenig bei Google gucken. Weiß aber grad nicht auswendig wie das heißt. Im Zweifelsfall frag doch mal bei Deiner Krankenkasse nach. Du bist doch bei der Alte Oldernburger KV versichert? Die Sachbearbeiter dort helfen Dir sicher gern weiter, da Antworten zu finden auf Deine Fragen. Also einfach mal unverbindlich nachhaken, Du bist bestimmt nicht die einzige, die diesen Bericht gesehen hat und jetzt ein paar Fragen hat. Alternativ kannst Du ja auch auf der Website Deiner KV, Alte Oldenburger oder woanders, gucken, ob dort etwas steht.

Viel Erfolg
PKV Interessent

alteroldenburger
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Re: Abrechnung des Arztes

Beitrag von alteroldenburger » 24.11.2010, 16:59

Hallo Nadine,

die Abrechnungen der Ärzte erfolgen auf Basis der Gebührenordnung für Ärzte (GoÄ) bzw. bei Zahnärzten nach der GoZ. Diese kann im Internet eingesehen werden. Darin sind die Basisbehandlungen aufgelistet. Unterschiede gibt es dann bei dem Multiplikator. Der reicht von 1,8 bis über 5,5. Bei mehr als 2,3 muss der Arzt das aber begründen.
Als Privatpatient bekommst du im Gegensatz zum Kassenpatient die Rechnung von deinem Arzt zur Kontrolle und natürlich zur Bezahlung zugeschickt. Es liegt also an dir, nachzuprüfen, ob der Arzt mehr abrechnet als er tatsächlich geleistet hat. Aus Erfahrung weiß ich, dass es darüber hinaus sinnvoll ist, den Arzt erst dann zu bezahlen, wenn die Krankenkasse deine Erstattung geleistet hat. Denn dort schaut auch noch mal jemand auf die von dir eingereichte Arztrechnung drauf. Und wenn der Orthopäde bei dir eine Darmspiegelung abrechnen will (weil er versehentlich einen Zahlendreher bei den GoÄ hatte) wird deine Krankenkasse hellhörig und streicht dir die Erstattung. Die AO und in diesem Abschnitt steht ja deine Frage, ist erfahrungsgemäß sehr pennibel bei der Rechnungsprüfung. Für uns Laien erschließt sich die Logik der GoÄ erst nach mehreren Arztrechnungen, deshalb sehe ich es als Vorteil insbesondere bei höheren Rechnungen diese einzureichen und professionell prüfen zu lassen.

Viele Grüße,

AlterOldenburger

schmacki
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Re: Abrechnung des Arztes

Beitrag von schmacki » 27.11.2010, 17:03

Hallo Zusammen.

Der hervorragenden Beantwortung der Frage von Nadine durch "den AltenOldenburger" ist kaum was hinzuzufügen, außer vielleicht die Ergänzung, dass es auch (und zwar sehr) darauf ankommt, welchen Tarif man gewählt hat. Es gibt durchaus Versicherungstarife, die auf keinen Fall über den 3,5 fachen Satz der GOÄ hinausgehen, oder u. U. in Teilbereichen (z.B. ambulante Psychotherapie ) Einschränkungen machen. Jedem Privatversicherten muss klar sein; er ist Selbstzahler und hat die etwaigen Gesundheitskosten "lediglich rückversichert". In welchem Umfang er das getan hat, kann er nur anhand seiner Police sehen. Sollte er im Basistarif versichert sein, könnte ihm der abgerechneten 3,5 fache Satz "um die Ohren fliegen". Wohl gemerkt, das ist nicht die Schuld der "bösen" Versicherung. Es ist zum einen in der Tatsache begründet, dass der Herr Doktor, ohne nachzufragen, einfach den Höchstsatz abgerechnet hat und zum anderen darin, dass der Versicherte sich über den Umfang seiner Versicherung nicht sachkundig gemacht hat.
Das Krankenversicherungssystem in der privaten Krankenversicherung unterscheidet sich vom sogenannten Solidarprinzip der GKV unter anderem dadurch, dass der Versicherte eigenverantwortlich und selbst haftend gegenüber dem Leistungserbringer (Arzt/ Krankenhaus) handelt. Dessen muss man sich bewußt sein. Der Leistungserbringer hält sich nämlich an den Kunden (Versicherten) und nicht an den Versicherer. IM GKV- System ist das umgekehrt, deshalb bekommt der Kunde (Versicherte) auch in den seltensten Fällen etwas von den Diskrepanzen mit.

Abschließend sei gesagt, der Rat von "AlterOldenburger" die Rechnung zunächst professionell durch den Versicherer prüfen zu lassen, ist Gold (Geld) wert.

Gruß

schmacki

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